Was ziehe ich an? Den eigenen Stil finden... Teil 4 - abgleichen und aufstocken

Wirklich guter Stil ist tatsächlich eine Kunstform... und hat mit Konsum nicht unbedingt etwas zu tun. Wer denkt, dass das Interesse für Mode und Kleidung eitel und oberflächlich sei, der hat vermutlich nicht verstanden, worum es den meisten "Fashionistas" geht... und es würde bedeuten, dass Hobbies wie Musik machen, Malen oder Fotografieren ebenso eitel und oberflächlich sind... Ein bildender Künstler malt beispielsweise auf eine Leinwand - bei einer "Stylistin" ist die Leinwand einfach sie selbst. Und wird von wesentlich mehr Menschen betrachtet - das ist der gravierendste Unterschied. Man muss nicht berühmt sein, um sein "Werk" jederzeit der Öffentlichkeit zu zeigen...!

 

 

Teil 4. abgleichen und aufstocken

 

Ihr wisst also jetzt, in welche Richtung es stylingtechnisch für Euch geht. Man könnte auch sagen: Ihr habt Euren Stil zwar weitgehend gefunden, aber wie ein zartes Pflänzchen sollte er jetzt gehegt und gepflegt werden, damit er weiterhin blühen kann...

Was Ihr jetzt machen könnt, um künftig eine gute, qualitative und in sich stimmige, harmonische Auswahl Eurer Kleidungsstücke vor Euch im Schrank liegen oder hängen zu haben, bei denen Ihr sozusagen nur noch zugreifen müsst - alles passt zusammen! - ist:

 

1. herausfinden, was fehlt: Bei meinem keltisches-Cowgirl-Rockstar-Pocha-hontas-Thema fiel mir sofort auf, dass ich keinen Hut besitze. Und kaum ein Teil mit Fransen. Nun ist es allerdings so, dass ich Hüten gegenüber zwar aufgeschlossen bin, aber nicht gerade rumlaufen will wie für den Faschingsball verkleidet... also bringt es nichts, jetzt schnell einen Wildwest-Hut anzuschaffen, den ich niemals aufsetze, weil er mir zu auffällig erscheint. Also stehen auf meiner To-Do (oder besser: To-Buy)-Liste erst einmal Fransen. Also, eine Fransentasche aus Leder hätte ich schon sehr gerne... passend zu meinem Styling.

 

2. den Markt erkunden: vielleicht erst einmal online. Nun könnt Ihr gezielt und risikofrei nach den fehlenden Details suchen. Wenn Ihr gerne zum Shoppen in den Geschäften unterwegs seid, spricht nichts dagegen, einige Einkaufsbummel zum Thema "neues Styling" zu unternehmen... allerdings solltet Ihr Euch mit dem Kaufen eher zurückhalten... bis Ihr wirklich sicher seid, ob und wie sich die neuen Teile in die vorhandene Garderobe integrieren lassen...

3. Farbe, Silhouette und Schnitt prüfen: welche Texturen und Materialien passen zu meinem Stil? Wie vertragen sich die Linien bzw. Schnitte der neuen Kleidung mit meinem Body-Type?

 

Konkretes Beispiel: von meinem Body-Type her stehen mir Kleider gut. Obwohl ich sehr gerne einfach nur hüftige Jeans mit schmal geschnittenen T-Sirt's (und Cowboy-Boots) tragen würde, tun diese Schnitte nichts für meinen Figurtyp. Also muss ich auf A-förmige Oberteile und Kleider ausweichen - macht aber nichts, dafür arbeite ich mehr mit den passenden Stoffen, Mustern und Accessoires. Auf den Fotos unten seht Ihr, wie ich ein Outfit im keltischen-Cowgirl-Rockstar-Pochahontas-Look alleine durch Farben und Muster (für mich zumindest) gelungen herstellen kann. Hätte ich dazu noch eine lederne Fransen-Tasche und vielleicht eine braune Lederjacke, käme der Look meinem Stil-Ideal noch näher.

4. Stilistische Beschreibungen helfen bei der Suche: auch, wenn ich nicht viel von den typischen Stil-Bezeichnungen wie z.B. romantisch, bohemien, elegant, retro, sportlich, burschikos, avantgardistisch, sexy und so weiter... halte - manchmal hilft eine Bezeichnung, wenn Ihr z.B. auf der Suche nach Kleidung, Accessoires oder einer neuen Frisur seid, um auch anderen klar mitteilen zu können, was gemeint ist. Auch wenn Ihr z.B. online nach passenden Accessoires sucht, könnt Ihr nun einen Begriff in die Suchmaske eingeben...

5. Mit Bedacht shoppen! Es ist keine neue Weisheit, aber sie stimmt: Ihr solltet nie ein Teil shoppen, das nicht zu mindestens fünf weiteren Teilen Eures Kleiderschranks passt. Wenn Ihr Lebensmittel einkauft, notiert Ihr Euch in aller Regel eine Einkaufsliste. Warum nicht beim Klamotten-Shoppen? Zu schnell lässt man sich ablenken und zu weiteren Fehlkäufen verleiten, weil man denkt, ein vermeindliches Schnäppchen zu machen... leider sind es meistens die "Schnäppchen", die später zu den Schrankleichen mutieren... deshalb macht es Sinn,

 

 

6. vor dem ersten Shoppen zu planen und zu recherchieren. Indem Ihr nochmals Euren Kleiderschrank checkt, legt Ihr fest, was Ihr wirklich braucht, um Euren Style zu vervollständigen. Dann überlegt vorher schon... Welche Formen und Schitte passen zu meinem Bodytype? Welche Farben stehen mir? Wenn Ihr beim Kombinieren der Farben stets unsicher seid, macht es Sinn, sich mit der "Drei plus Drei..."-Regel oder dem Farbkreis zu beschäftigen und danach vorzugehen...

7. Alles nicht zu ernst nehmen... und immer mal wieder überprüfen, ob Euer Style sich verändert... Euer Stil ist nun keineswegs für immer in Stein gemeißelt, sondern verändert oder erweitert sich in einem ständigen Prozess... wie das Leben selbst! Überprüft also von Zeit zu Zeit, ob Euer Styling eine Auffrischung braucht... dann könnt Ihr wieder einmal ein Moodboard erstellen - Ihr wisst ja jetzt, wie's geht;-)


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